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  • Honk! Honk!
 

2022/2023

Honk! 6 +

von Anthony Drewe und George Stiles
Deutsch von Stephan Kopf, Zelma und Michael Millard

Stückinfo

Ort: Renaissancetheater, Neubaugasse 36, 1070 Wien
Zeitraum: 06. Oktober 2022 - 10. November 2022
Premiere: 20. Oktober 2022
Dauer: 02:20 inkl. Pause
Regie: Werner Sobotka

»Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen.«

Erich Kästner

Der Frühling naht und mit ihm der große Moment im Leben des Entenpärchens Erwin und Ida Erpel. Denn nun kann es nicht mehr lange dauern, bis sich die ersten Risse in den fünf sorgsam gehüteten Eiern zeigen. Als es dann endlich soweit ist, erwartet sie eine große Überraschung: »Honk«, spricht das zuletzt geschlüpfte Entlein, und nicht »Quak«, wie all seine Geschwister. Außerdem ist es so gar nicht niedlich und gelb, sondern ganz zerrupft und grau! Ohne Übertreibung, Honk ist mit Abstand das hässlichste Entlein, das die Geflügelfarm-Meute je gesehen hat. Einzig das Mutterherz erkennt die innere Schönheit, während die restlichen der Farmtiere dem kleinen Honk eher ablehnend begegnen.
Dass man dann auch noch leicht in die Pfoten eines falschen Freundes gerät, der einen weit weg von der heimatlichen Farm »entführt«, kann kein Zufall sein: Ausgerechnet der Kater nimmt sich des kleinen Honks an – weniger aber aus barmherzigen als vielmehr aus feinschmeckerischen Überlegungen, wie sich schon bald herausstellt. Mit Mühe und Not gelingt es ihm, den Klauen des falschen Freundes zu entfliehen und den unbekannten Heimweg anzutreten. Zu seinem Glück trifft er auf seiner Odyssee viele neue Freunde und lernt vor allem eines: Schönheit liegt im Auge des Betrachters! Und Anderssein ist oft gar nicht so verkehrt wie viele denken. Als er sich dann auch noch in das Schwanenmädchen Sissi verliebt, erkennt er: Er ist gut so wie er ist. Im Frühjahr kommt dann die nächste große Überraschung: Aus dem kleinen, hässlichen Entlein ist ein schöner, edler Schwan geworden. Honk war also nicht hässlich, er war einfach nur kein Entenküken! Mit dieser Erkenntnis und seinem neuen Ich kehrt er gemeinsam mit Sissi zurück auf die heimatliche Farm.
In der weltweit gefeierten Musical-Komödie von Anthony Drewe (Text) und George Stiles (Musik), basierend auf Hans Christian Andersens Märchenvorlage »Das hässliche Entlein« wird das Anders-Sein und der Umgang damit in den Mittelpunkt einer abenteuerlichen und tierisch-witzigen Geschichte gestellt.

Aufführungsrechte: Josef Weinberger Wien, Ges.m.b.H.

Besetzung

Honk, das hässliche Entlein Niklas Doddo
Ida, seine Mutter Kerstin Ibald
Erwin, sein Vater / Graufuß Alexander Auler
Kater Fin Holzwart
Truthahn / Flocke / Krötenfrosch Frank Engelhardt
Moni Moorhuhn / Ringel / Stummerl Marina Petkov
Grazia / Pünktchen / Komtesserl Amelie Polak
Henriette Huhn / Sissi / Rotfuß / Elisabeth Elster Kim Unger
Entlein / Fische / Frösche / Graugänse Lukas Weinberger
Daniela Lehner
Natalie Rossetti
Katharina Strohmayer
Swing weiblich Nina Tatzber
Swing männlich Florian Klein
Regie Werner Sobotka
Musikalische Leitung Christian Frank
Choreographie Nina Tatzber
Bühnenbild Sam Madwar
Kostümbild Elisabeth Gressel
Licht Christian Holemy
Assistenz der musikalischen Leitung & Korrepetition Béla Fischer
Dramaturgie Sebastian von Lagiewski
Assistenz und Inspizienz Simone Tomas
Assistenz Eva Maria Gsöllpointner
Hospitanz Isabella Roth

Kritiken

Wiener Zeitung – 21.10.2022

"Anders ist nicht schlechter"

Das Theater der Jugend hat aus dem Märchen vom hässlichen Entlein das Musical "Honk!" gemacht. Sehr heutig und mit großen Emotionen.

Wenn Werner Sobotka für das Theater der Jugend ein Kinder-Musical inszeniert, dann ist beste Unterhaltung garantiert. Und so rennt in "Honk!" der Schmäh - aber weit kommt er dabei nicht, weil der Regisseur ihm nur so viel Raum gibt, wie die Tragik hinter dem Stück zulässt. Und davon enthält Hans Christian Andersens Märchen vom hässlichen Entlein nur allzu viel. Es sind große Emotionen, die ein Dutzend Darsteller in entzückenden Kostümen (man beachte die Entenpürzel) vor einer tollen Kulisse auf die Bühne des Wiener Renaissance Theaters bringen. Da gibt es nichts zu bekritteln, da kann man einfach nur mitswingen bei den eingängigen Musical-Melodien und wird fast zu Tränen gerührt in den dramatischen Szenen.

Wer bezweifelt, dass eine Geschichte aus dem Jahr 1843 als abendfüllendes Abenteuer auch oder eigentlich vor allem für größere Kinder des Jahres 2022 taugt, wird hier eines Besseren belehrt. Die Autoren Anthony Drewe und George Stiles erzählen die Geschichte sehr heutig, inklusive Mobbing, sparen aber auch nicht mit Wortwitzen, Slapstick und schwarzem Humor. Wobei natürlich Sobotkas Regie das Ihre dazu beiträgt. Und der Hektiker zeigt auch in "Honk!" immer wieder sein Faible für Monty Python.

Sein Publikum erlebt ein Wechselbad der Gefühle zwischen herzhaftem Lachen und Mitleiden in dieser Geschichte über Toleranz und Ausgrenzung, gegen die Kerstin Ibald als liebevolle Mama Ente selbst in der eigenen Familie ankämpfen muss. Zu Beginn werden auch gleich Geschlechterrollenklischees mitgenommen, wenn Mutter Ente von ihrem Erpel (Alexander Auler) wieder einmal mit dem Gelege alleine gelassen wird, während er auf Lepschi geht. Und gemeinsam mit Henriette Huhn (Kim Unger) hadert sie mit den Schattenseiten der Mutterschaft. Aber all die Zweifel sind vergessen, sobald die Kleinen da sind (die kleinen Entlein sind aber auch wirklich zuckersüß) - bis eines aus der Reihe tanzt.

Dabei ist Honk (Niklas Doddo) einfach cool, finden die Zuseher - was die Enten oben auf der Bühne überhaupt nicht so sehen und den kleinen Schwan mobben. Da hilft es auch nichts, dass er sich selbst gut zuredet: "Anders ist nicht schlechter." Auf der Flucht vor den Beleidigungen gerät er auch noch in schlechte Gesellschaft und in Gefahr. Aber natürlich geht die zweieinhalbstündige Revue mit Tanz und Gesang am Ende gut aus. Weil ein Schwan halt auch ein anderes Kaliber ist als eine Ente. Und das Theater der Jugend hat einmal mehr geglänzt.

Mathias Ziegler


Der Standard – 28.10.2022

Erkenntnisse eines hässlichen Entleins: "Honk!" im Theater der Jugend

Das Wiener Renaissance-Theater zeigt eine Musical-Version von Andersens Anti-Mobbing Märchen "Das hässliche Entlein"

Wien – Für persönliche Entfaltung / sorgt bei uns die Freilandhaltung", singt der Hintern schwingende Hendlchor auf der Geflügelfarm. Auf Basis von Hans Christian Andersens Märchen vom Hässlichen Entlein (1843) hat das britische Autoren- und Kompositionsduo Anthony Drewe und George Stiles 1993 den Musicalerfolg Honk! erdacht. Als Anti-Mobbing-Stück hat die Geschichte eines zu Unrecht als unhübsch empfundenen Kükens erfolgreich seine Kreise gezogen, die Neuinszenierung im Theater der Jugend verantwortet Werner Sobotka.

Es gibt in dieser grellbunten Show im Renaissancetheater jede Menge ausgestopfter Entenhinterteile und hochnäsig aufgeputzter Schönheitsmoorhühner zu sehen, die dem neu geschlüpften, leider nicht sonnengelben Küken das Leben schwermachen. (...)

Dauerhungriger Kater

Originell ist und bleibt der Song Wie schön ist Mutterschaft, den die Entenmama bei der Brutpflege trällert, während Papa Erpel sein Leben gern auswärts verbringt und sich für seinen grauen Sohnemann null interessiert. Vorbild ist er jedenfalls keines. Die Mutter ist die Aufopferung in Entenperson, sie sucht ihr abgängiges Kind bis hinein in den Winter mit dem Rollkoffer. Lebensgefährliche Begegnungen mit dem dauerhungrigen Kater oder die Real-Life-Doku des Senders "Ente Vau" (haha) halten die Spannung (...).

Margarete Affenzeller


KIJUKU - Kinder, Jugend, Kultur und Mehr – 21.10.2022

Das Entlein mag sein Anders-Sein – schon bevor er sich als Schwan entpuppt

„Honk!“, Musical nach Hans Christian Andersens „Das hässliche Entlein“, im Theater der Jugend (Wien).

Eine schwungvolle, musikalische Version des berühmten modernen Märchens „Das hässliche Entlein“ (Hans Christian Andersen) erlebt im großen Haus des Theaters der Jugend (Renaissancetheater, Wien-Neubau) seine Wien-Premiere. „Honk!“, geschrieben von Anthony Drewe und George Stiles
(1993; Deutsch von Stephan Kopf, Zelma und Michael Millard), erzählt gesungen, getanzt und gespielt die Geschichte von dem „Entlein“, das von allen wegen seiner Hässlichkeit verspottet wird, deswegen abhaut und sich nach Monaten als schöner Schwan entpuppt.

Honk?

Warum eigentlich „Honk!“? Nun, im Englischen ist das die Bezeichnung für Gänse-Schreie. Und der Schwan gehört zur Gattung der Gänse, die wiederum zu den Entenvögeln zählen. Der Begriff wurde aber vielfach auch zu einem Schimpfwort. Laut dem Online-Lexikon Wikipedia bezeichnet der aus dem afroamerikanischen Slang kommende Begriff „honky“ weiße Einwanderer:innen aus Mittel- und Osteuropa. „Im Blues-Slang wurden seit 1946 mit honky oder hunk auch einfache Handlanger in Fabriken („factory hands“) benannt.“ (Wikipedia) In Berlin wiederum tauchte HONK – als Abkürzung für „Hauptschüler ohne nennenswerte Kenntnisse“ auf. Jedenfalls nie nett gemeint. Und damit fast ideal für die Hauptfigur, im englischen Original auch noch gleich mit dem „Namen“ ugly (hässlich) versehen.

Er mag sich auch so

Abweichend von Andersens Märchen taucht hier eine Katze/ein Kater auf, der sich dem von seinen Geschwistern und dem Vater sowie allen anderen geflügelten Tieren auf dem Geflügelhof gemobbtem „Enten“küken als Freund andient – weil er ihn „zum Fressen gern“ hat. Bis Honk checkt, was das im wahrsten Sinn des Wortes zu bedeuten hat, dauert’s ganz schön lang. Ferner taucht hier ein Schwan-Mädchen auf, das natürlich selbst im „hässlichen Entlein“ den Artgenossen erkennt. Der vielleicht wichtigste Unterschied zu Andersens Märchen – in dem es ja letztlich frisch wieder um das schöne Äußere geht: Honk kommt schon, bevor er zum Schwand wird, drauf: „Ich mag mein Anders-Sein, ich mag es, ich zu sein!“

Keine leichte Sache. Ein langer Leidensweg liegt zwischen dem Dauer-Mobbing, das Honk von zu Hause vertreiben hat, und dieser starken Erkenntnis. Keine leichte Sache. Ein langer Leidensweg liegt zwischen dem Dauer-Mobbing, das Honk von zu Hause vertrieben hat, und dieser starken Erkenntnis. Hilfreich dabei ist für ihn die Begegnung mit dem Krötenfrosch (Frank Engelhardt, der daneben noch zwei weitere Tiere spielt). Er ist der erste, der Honk nicht hässlich nennt, obwohl der ihm das sogar fast auf die Zunge legt. (Lebens-)lustig nimmt sich der für sein Äußeres sogar auf die Schaufel.

Wie krass Mobbing verbreitet ist, nennt das Programmheft des Musicals. In dem wird eine Umfrage aus dem Vorjahr zitiert, die besagt, dass von den Jugendlichen bzw. junge Erwachsenen (14 bis 24 Jahre) jede/r Zweite schon Opfer dieser Schikanen anderer geworden ist.

Ente Vau

In der Regie von Werner Sobotka überzeugt das gesamte Ensemble unter anderem mit etlichen Gruppentänzen (Enten, Frösche, Fische, Graugänse) und fast zwei Dutzend Songs und so manchen Gags. Besonders schön der Einbau eines mehrmals auftauchenden Fernseh-Teams von Ente Vau mit Reporterin Elisabeth Elster (Kim Unger, die noch in drei anderen Rollen auftritt) und ihrem Kameramann (Lukas Weinberger). Sensationslüstern, richtig „geil“ auf Tränen der angesichts des verschwundenen Sohnes verzweifelten Mutter Ente namens Ida (Kerstin Ibald).

Abblitzen

Schön auch die Demaskierung des Macho-Gehabes von Erwin, Honks Vater (Alexander Auler), der praktisch nie da ist – außer als die Fernsehkamera auftaucht. Da lässt ihn aber die Reporterin fein abblitzen. Er kriegt seine Ruhm-Minuten nicht. Schon vorher lässt sich Ida sein Gehabe nicht gefallen. (...)


Materialien

Unsere theaterpädagogischen Materialien zu »Honk!« bieten Ihnen Informationen, Fragebögen, Spiele und Szenenvorschläge! So können Sie die besuchte Aufführung mit Ihrem Kind oder Ihrer Klasse auf fantasievolle Weise vor- und nachbereiten.
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Bei eventuellen Fragen und für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an [YjY0dGFnOmthdGphLnNlZ2VsYmFjaGVyQHRkai5hdA==]