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Spielplan 2018/2019

Robin Hood 6 +

von Thomas Birkmeir

Stückinfo

Ort: Renaissancetheater, Neubaugasse 36, 1070 Wien
Zeitraum: 18. Mai 2019 - 25. Juni 2019
Premiere: 21. Mai 2019
Dauer: 02:20
Regie: Thomas Birkmeir

»Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse,
aber nicht für jedermanns Gier.«

Mahatma Gandhi

Armut und Schrecken herrschen in England, seitdem der rechtmäßige König außer Landes ist und an seiner Stelle ein brutaler Tyrann regiert. Mit äußerster Härte beutet der skrupellose Sheriff von Nottingham im Namen der Krone die notleidende Bevölkerung aus und könnte selbst ein angenehmes Leben führen – wäre da nicht Robin Hood, der gesetzlose Kämpfer für Gerechtigkeit. Gemeinsam mit seiner Bande von Außenseitern, die nichts mehr zu verlieren hat, raubt Robin nicht nur dem Sheriff den Schlaf, sondern auch das Gold des reichen Adels. Allerdings nicht, um selbst in Saus und Braus zu leben, sondern um es an die Armen zu verteilen, denen es durch die enormen Steuern von der Obrigkeit genommen wurde.
Dabei riskieren die furchtlosen Räuber Kopf und Kragen, denn ihr Versteck im Sherwood Forest kann sie nicht lange vor den übermächtigen Truppen des brutalen Sheriffs schützen.
Kann der berühmte Held mit der Kapuze gemeinsam mit seinen Freunden den aussichtslosen Kampf gegen die geballte Macht des herzlosen Systems gewinnen, ohne gegen die eigenen Ideale von Gleichheit und Menschlichkeit zu verstoßen? Welchen Preis muss er selbst dafür zahlen, um ein Leben in Freiheit und Gerechtigkeit für alle zu erreichen?
Der Name »Robin Hood« ist Legende, erzählt man sich doch schon seit über 900 Jahren Geschichten vom sagenumwobenen »König der Diebe«. Die Frage, wie Wohlstand gerecht verteilt werden soll, beschäftigt auch heute die Menschheit. Denn soziale Gerechtigkeit ist keine Selbstverständlichkeit, aber unabdingbarer Garant für dauerhaften Frieden.

Theaterworkshop »Robin Hood«
Die Theaterpädagogik des Theaters der Jugend bietet zu dieser Produktion einen Workshop für Kinder von 6 bis 10 Jahren an! Weitere Informationen finden Sie hier
Start: 6. Mai 2019
5 Termine inkl. Vorstellungsbesuch
Anmeldung per Mail an [YjY0dGFnOmxpc2EuYnJhbWVzaHViZXJAdGRqLmF0]


Aufführungsrechte: Theater der Jugend, Wien

Besetzung

Robin Hood Jakob Elsenwenger
Lady Marian Larissa Aimée Breidbach
Elfriede Elvirà de Castillo-Moriro-Degoutante Karoline-Anni Reingraber
Volker Okan Cömert
Prinz John / Leonardo da Vinci Damon Zolfaghari
Bruder Tuck Frank Engelhardt
Little John Philipp Dornauer
Sheriff von Nottingham Kaj Louis Lucke
Männer Robin Hoods:
Kevin Bircan Batir
Peter / Zack Jakob Pinter
Percy Felix Stichmann
Errol Maximilian Wenning
Volk, Schächer und in weiteren Rollen Ensemble
Regie Thomas Birkmeir
Bühne Andreas Lungenschmid
Kostüme Irmgard Kersting
Licht Christian Holemy
Kampfcoach / Fechttraining Martin Woldan
Choreografie Bircan Batir, Kaj Louis Lucke
Dramaturgie Brigitte Auer, Gerald Maria Bauer
Assistenz und Inspizienz Eva Maria Gsöllpointner
Schlussprobenassistenz Charlotte Morschhausen
Hospitanz Lea Kern

Kritiken

Die Presse – 26.05.2019

Die Retterin von Robin Hood

Er stiehlt von den Reichen und verteilt es unter den Armen: Robin Hood, der König der Diebe. Seine Geschichte ist mehr als 900 Jahre alt und beruht auf Balladen aus dem Mittelalter. Diese formten sich im Lauf der Jahrhunderte zur heutigen Sage, mittlerweile gibt es viele Fassungen des Stoffs: Filme, Serien, Comics, Theaterstücke. Ein besonders gutes Theaterstück zur Robin-Hood-Geschichte ist derzeit im Theater der Jugend zu sehen.

Warum es so gut ist? Erstens lässt Regisseur Thomas Birkmeir seine Schauspieler rappen. Schon zu Beginn: „Wir sind das Volk“, singt eine ärmlich gekleidet Horde. „Und ich bin Volker!“, ruft der Dorfdepp dazwischen. Der Reim kommt immer wieder und wird von den Kindern in der Pause nachgerappt. Zweitens wird eine Frau zur eigentlichen Hauptfigur: Lady Marian holt als Red Cap am Schluss das Eisen aus dem Feuer, sprich sie befreit Robin Hood aus dem Verlies von Prinz John. Freilich erst nachdem er ihr seine Liebe gestanden hat . . . Und drittens hat der Regisseur viele gute Einfälle, die von den Schauspielern sehr lustig umgesetzt werden. So wird die anfangs spießige Gouvernante Elfriede („Du bist ja nicht normal, du magst ja nicht mal Rosa“, sagt sie anfangs noch zu Marian) zur Mitstreiterin für Gerechtigkeit. Dafür schmuggelt sie sogar die als „jungfräuliche Burgfräuleins“ verkleidete Räuberbande in die Gemächer von Prinz John. Karoline-Anni Reingraber spielt die komische Elfriede – sie und der sie inbrünstig anbetende (und nicht erhörte) Volker (Okan Cömert) ernten die meisten Lacher.

Wie echte Ritter. Jakob Elsenweger als Robin Hood und Larissa Aimée Breidbach als Marian sind beide sehr spritzig. Und sie haben den Umgang mit dem Säbel trainiert: Beide fechten, als wären sie direkt dem Mittelalter entsprungen. Wobei Red Cap schließlich die Oberhand behält.

Das Stück ist aber auch deshalb gut, weil es eine Frage behandelt, die immer aktuell ist: die nach der gerechten Verteilung von Vermögen. „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier“, sagte der indische Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi. Selbst Robin Hood ist nicht vor Egoismus gefeit. Statt das erbeutete Geld an die Armen zu verteilen, lässt er sich und seine Räuberbande von Leonardo da Vinci porträtieren. Auch hier wird Red Cap zur wahren Heldin: Sie gibt das Geld denjenigen, die es brauchen.

Daniela Tomasovsky


Falter – 29.05.2019

Ich bin ich, oder werde, wer du bist

Wenn der Held nicht liefert, was dann? Der Sheriff von Nottingham treibt ungebremst die Steuern in die Höhe, während das hungernde Volk die Erlösung durch "Robin Hood" herbeirappt. Doch diesem ist der Ruhm zu Kopf gestiegen. Das geraubte Gold verprasst der eitle Gockel lieber, um sich im Sherwood Forest malen zu lassen, als es an die Armen zu verteilen. So muss die gerechte Verteilung in weibliche Hand genommen werden: Lady Marian wird zu Red Cap, der Rächerin der Enterbten. All dies inszeniert Regisseur Thomas Birkmeir mit klugen Zwischentönen für weibliche Selbstermächtigung und Sinn für Slapstick auf der wandelbaren Bühne des Theater der Jugend und verleiht der Legendenerzählung einen neuen, aktuellen Twist. So aktuell, dass selbst eine spanische Partyinsel nicht fehlen darf.

Martin Nguyen


KinderKurier – 03.06.2019

Wo die Gerechtigkeit wohnt, da will ich hin!

Wie die Geschichte um den legendären „Robin Hood“ in echt gewesen sein könnte - sehr filmische und musikalische Version im Wiener Theater der Jugend.

Geschichte begegnet uns oft „nur“ als jene, die erzählt und überliefert ist/wird. Wie’s wirklich war? Wer weiß?! So manches wird vor allem Helden angedichtet, ihre Taten und ihr Wirken geschönt dargestellt. Andere Menschen, die Großes, vor allem Gutes getan haben, fallen nicht selten unter den Tisch der Geschichtsschreibung. Sie werden selten bis nie bekannt. Sehr oft trifft das auf Frauen zu - ob in Wissenschaft, Kunst oder auch in Legenden.

(Um-)Verteilung

Eine seit geschätzten 900 Jahren bekannte Erzählung ist die von Robin Hood. Rächer der Armen, der (Super-)Reichen in der Gegend des Sherwood Waldes einen Teil ihrer Barschaft raubte, um sie zu verteilen, also ein Held der Gerechtigkeit. Wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass diese Geschichte immer wieder und derzeit verstärkt erzählt wird. Immerhin berechnete der internationale Zusammenschluss verschiedener Hilfs- und Entwicklungsorganisationen, Oxfam, zu Beginn dieses Jahres, dass allein 26 Milliardäre so viel besitzen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, so die Direktorin dieser Organisation, Winnie Byanyima, vor dem diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos (Schweiz).

„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier“, zitiert das Wiener Theater der Jugend Mahatma Gandhi im Programm zum jüngsten, letzten Stück dieser Saison.

Viele Robin Hoods

Also zurück zu Robin Hood, derzeit im großen Haus des Wiener Theaters der Jugend (Renaissancetheater, Neubaugasse), als flottes, trotz der Dauer von mehr als zwei Stunden kurzweiliges filmmusical-artig inszeniertes Stück. Unter seinem Namen dürften auch so manchen Legenden nach etliche Räuber aktiv gewesen sein, nicht alle als Um-Verteiler. In einigen, wenigen, Erzählungen wird übrigens die Rolle dieses Helden relativiert. Nicht nur, dass er nicht immer (alles) verteilte, was er und seine Leute erbeuteten. Auch die Rolle Marians, Gefährtin Hoods, wird in - wenigen - Geschichten viel stärker betont. Ob echt, oder nur ausgedacht, weil doch immerhin möglich, sei dahingestellt.

Starke Persönlichkeit

In der vom künstlerischen Direktor des Wiener Theaters der Jugend, Thomas Birkmeir, verfassten und inszenierten Version, wird dies, allerdings nie verkrampft, sogar zum Hauptthema. Marian, eine Lady, die mit dem Bruder des berüchtigten, ausbeuterischen Sheriffs von Nottingham (Kaj Louis Lucke spielt fast eine Karikatur eines solchen Typen), verheiratet werden. Von klein auf eine selbstbewusste Person (Larissa Aimée Breidbach in jeder Phase überzeugende Kämpferin), haut sie mit ihrer Dienerin Elfriede Elvirà de Castillo-Moriro-Degoutante (immer mit einem Schuss Humor: Karoline-Anni Reingraber) ab und will sich Hood (Jakob Elsenwenger) und den Seinen anschließen. „Wo die Gerechtigkeit wohnt, da will ich hin!“, ist ihr Motiv.

Nichts da, Frauen werden nicht geduldet, meint der Held. Gegen Ende, als er bei „Nottingham sucht den Superschützen“ verkleidet gewinnt, erkannt und vom Sheriff gefangen genommen wird, will er sich nicht einmal von Red Cap befreien lassen, doch nicht von einer Frau!?

Dann eben ganz eigenständig

Also macht Marian ihr eigenes Ding, schafft die Figur der Red Cap - in ihrer Erscheinung an gängige Robin-Hood-Bilder sehr stark angelehnt - und widmet sich tatsächlich der Umverteilung. Die haben Robin und seine Mannen längst eingestellt. Das Geld verprassen sie, um einen Maler kommen zu lassen, damit er ein Heldenbild von ihnen anfertigt. PR und Message Control ist alles, um der Mit- und Nachwelt die richtigen Bilder zu vermitteln ;)

Volk -Volker

Allerdings wird Red Cap bei der ersten Verteilung ans Volk von diesem enttäuscht, weil sich dieses nicht als dankbar, sondern eher als gierig anstellt. Apropos Volk. Das Stück beginnt den Armen, Ausgeplünderten und dem Spruch „Wir sind das Volk!“, ein Slogan aus der Zeit der Montags-Demos in der Endphase der DDR. Ein berühmtes Foto aus jener Zeit zeigt einen Demonstranten, der zwischen Tafeln mit dem genannten Spruch eine Tafel hochhält, auf der stand: „Und ich bin Volker“. (...)

Mit diesem Volker (naiv-ehrlich Okan Cömert) schafft diese Robin-Hood-Fassung einen unheldenhaften kleinen großherzigen Helden, der auch mehrmals für Überraschungen sorgt.

Rap als moderne Balladen

Die Robin-Hood-Legende wurde in den geschätzten 900 Jahren immer wieder besungen, oft in Balladenform. Die Theater-der-Jugend-Version greift zur modernen Form der Ballade, zum Rap - immer wieder und gar nicht anbiedernd peinlich, sondern durchaus gekonnt.

Gelungen ist auch die karge Bühne, die „nur“ durch Projektionen auf ein halbes Dutzend bewegliche Flächen in Wald, Dorf, Burg und Verlies verwandelt wird und damit die Aufmerksamkeit automatisch auf das Agieren der Schauspieler_innen lenkt.

Heinz Wagner


Wiener Zeitung – 03.06.2019

Im Weltverbesserungsmodus

Robin Hood ist ein Held wie aus dem Bilderbuch - zu schön, um wahr zu sein. Tollkühne Abenteuer ranken sich um die mittelalterliche Figur, die den Reichen nimmt, um den Armen zu geben. Die archetypische Figur der Verteilungsgerechtigkeit wurde vielfach beschrieben, verfilmt, vertont. Diesem Kosmos an Bearbeitungen fügt nun Theater der Jugend-Intendant Thomas Birkmeir als Autor und Regisseur eine neue hinzu. Seine Dramenfassung liegt im freihändigen Umgang mit der historisch wenig verbürgten Vorlage auf der Höhe der Zeit, ähnlich assoziativ gehen derzeit viele Disney-Verfilmungen vor, siehe: "Rapunzel - neu verföhnt".

Robin Hoods Heldengestus wird folgerichtig eher parodiert, Jakob Elsenwenger schafft die Gratwanderung zwischen Kinderheld und Stinkstiefel mit Grandezza. Auch gibt es einige launige Travestie-Auftritte, der bevorzugte Musikstil ist Rap. Die eigentliche Hauptperson ist hier aber Lady Marian (Larissa Aimée Breidbach), die als fingierte Red-Cap den Wald von Sherwood unsicher macht.

Zu den Höhepunkten der kurzweiligen zweistündigen Aufführung für Kinder ab sechs Jahren gehören die furios arrangierten Kampfszenen. Hier wird gefochten, dass die Schwerter nur so klirren. Da bleibt kein Auge trocken.

Petra Paterno


Materialien

Unsere theaterpädagogischen Materialien zu »Robin Hood« bieten Ihnen Informationen, Fragebögen, Spiele und Szenenvorschläge! So können Sie die besuchte Aufführung mit Ihrem Kind oder Ihrer Klasse auf fantasievolle Weise vor- und nachbereiten.
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