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Das große Shakespeare-Abenteuer 6 +

von Thomas Birkmeir

Stückinfo

Ort: Renaissancetheater, Neubaugasse 36, 1070 Wien
Zeitraum: 09. Oktober 2020 - 22. November 2020
Premiere: 13. Oktober 2020
Dauer: 01:55
Regie: Felix Metzner

»Puck: Was ist das für ein wundervolles Ding?
William: Gefällt es dir? Es ist das längste Wort,
das ich jemals gefunden habe.
Puck: Gefunden? Wo?
William: In meinem Kopf. Plötzlich war es da!«

Thomas Birkmeir. Das große Shakespeare-Abenteuer

Wo ist der kleine William aus dem verschlafenen englischen Nest Stratford-upon-Avon da nur hineingeraten? Kaum auf der Welt, schon wird er zum Spielball eines Ehestreits im Feenreich. Und das nur, weil ihm sein schriftstellerisches Talent sprichwörtlich in die Wiege gelegt wurde. Dass er dereinst die fantastischsten Geschichten über alle möglichen Fabelwesen unter den Menschen verbreiten soll, das steht bereits in den Sternen. Was Feenkönigin Titania entzückt, bringt ihren Gatten Oberon in Rage – seine Macht ist in Gefahr, wenn sich seine Existenz im Reich der Sterblichen herumspricht! Da hilft nur eines: Das Kind muss weg. Ein Fall für Puck, seinen listigen Vertrauten.
Was am Papier recht einfach scheint, erweist sich schnell als verlorene Liebesmüh – lässt sich der widerspenstige William doch trotz aller Anfangsschwierigkeiten nur schwer zähmen in seinem Ehrgeiz, die Theaterwelt im Sturm zu erobern. Dass man mit einem wenig klangvollen Namen wie »Shakespeare« wohl nie Karriere machen wird, will er dabei nicht akzeptieren. Je länger Puck sich mit dem charmanten Jungen mit scheinbar grenzenloser Fantasie umgibt, desto klarer wird die Einsicht, dass er es mit einem ganz besonderen Exemplar der vermeintlich unbrauchbaren Gattung »Mensch« zu tun hat. Bald zeigt sich, dass sie das größte Abenteuer ihres Lebens nur gemeinsam meistern können, wenn es am Schluss heißen soll: Ende gut, alles gut! Denn auf ihrer irrwitzigen Jagd durch eine Welt voll mächtiger Zauberer, übler Hexen und tölpelhafter Ungeheuer begegnet dem ungleichen Paar allerhand spannender Stoff, aus dem die Träume sind…

Theaterworkshopreihe »Das große Shakespeare-Abenteuer«
Die Theaterpädagogik des Theaters der Jugend bietet zu dieser Produktion eine Workshopreihe für alle von 7 bis 10 Jahren an! Weitere Informationen finden Sie hier
Start: 4. November 2020
5 Termine inkl. Vorstellungsbesuch
Anmeldung per Mail an [YjY0dGFnOmp1bGlhLndlaW5nYXJ0bmVyQHRkai5hdA==]

Aufführungsrechte: Österreichischer Bühnenverlag Kaiser & Co., Wien

Besetzung

William Shakespeare Marius Zernatto
Puck, ein Kobold Stefan Rosenthal
Titania, die Feenkönigin Rita Radinger
Oberon, der Feenkönig Jürgen Heigl
Miranda, Prosperos Tochter / Inigo Jones, Schauspieler Victoria Hauer
Kaliban, Inselbewohner / Robert Rose, Schauspieler / Hexe Benedikt Paulun
Prospero, Zauberer / John Lowin, Schauspieler / Matrose / Hexe Rafael Schuchter
König Lear / James Burbage, Theaterprinzipal Uwe Achilles
Hexe / Matrose / Puppenspiel Haris Ademovic
in weiteren Rollen Ensemble
Regie Felix Metzner
Bühne Andreas Lungenschmid
Kostüme Andrea Bernd
Figurenbau Julia Elisabeth Beyer
Figurenspielcoaching Richard Panzenböck
Licht Lukas Kaltenbäck
Dramaturgie Gerald Maria Bauer / Clemens Pötsch
Assistenz und Inspizienz Eva Maria Gsöllpointner
Hospitanz Viktoria Klampfl

Kritiken

Online Merker – 14.10.2020

WIEN / Theater der Jugend: DAS GROSSE SHAKESPEARE-ABENTEUER

Direktoren an Wiener Häusern spielen und inszenieren, aber sie dürfen auch schreiben, wenn sie es so gut können wie Thmas Birkmeir, der an „seinem“ Theater der Jugend nun „Das große Shakespeare-Abenteuer“ heraus brachte – wobei er einen anderen Regisseur mit der Realisierung betraute. Die Produktion ist für Kinder ab 6 Jahren gedacht – und für die Kleinsten eigentlich verschenkt. Denn den wirklichen Spaß, die verständnisinnige Freude daran hat nur jener, der sich in der Welt Shakespeares auskennt und auch immer weiß, was und warum etwas zitiert wird … Andererseits können Kleinkinder einfach ihren Spaß an der Geschichte haben, die zwischen Märchen und Fantasy angesiedelt ist – und vielleicht werden sie sich später, wenn sie einmal tatsächlich den „Sommernachtstraum“ sehen, daran erinnern: Den Puck, den kenn’ ich doch!

Birkmeir erzählt die Geschichte des kleinen Will Shakespeare, der zum Dichter wird, eingebettet ein wenig in die Historie und stark in seine Stücke (wobei er mit fünfen auskommt). Die Rahmenhandlung ist aus dem „Sommernachtstraum“ geborgt, wo Oberon und Titania ja bekanntlich um einen kleinen Jungen streiten. In diesem Fall ist es Will in seiner Wiege, dem Titania mit ihren Feenkräften besondere Eigenschaften (vor allem jene des Erfindens, des Dichtens, der Empathie) mitgibt. Während Oberon befürchtet, wenn dieser Will einmal ihre Geschichte niederschreiben wird, dann entzaubert er sie am Ende. Hat er nicht, wie wir wissen.

Will möchte eigentlich in die Welt der Schauspieler von London, was ihm kurzfristig gelingt (da gibt es einiges Komische), aber wenn man einen ärgerlichen Elfenkönig im Nacken hat, kann man leicht aus der Realität katapultiert werden. Als ständigen Begleiter bekommt der Junge Will den Kobold Puck mit auf den Weg, sie sind ein bisschen mit der Totengräber-Szene befasst („Poor Yorick“), sie geraten auf Prosperos Insel, wo sich Miranda in Will verliebt, Caliban den Puck belästigt und Prospero versucht, seine Zaubergaben gegen jene von Oberon einzusetzen…

Auf Umweg über die drei Macbeth-Hexen begegnen sie noch König Lear, und schließlich endet das Ganze in absolut höchster Poesie, wobei Titania (die ununterbrochen mit dem Gatten gezankt und ihm seine Lieblosigkeit und den brutalen Machterhalt vorgeworfen hat) sich schließlich mit Oberon in gegenseitiger Liebe trifft. William darf schreiben, Puck (der so an ihm hängt, dass fast eine schwule Geschichte angedeutet scheint) wird ihn lebenslang begleiten…

Auf Umweg über die drei Macbeth-Hexen begegnen sie noch König Lear, und schließlich endet das Ganze in absolut höchster Poesie, wobei Titania (die ununterbrochen mit dem Gatten gezankt und ihm seine Lieblosigkeit und den brutalen Machterhalt vorgeworfen hat) sich schließlich mit Oberon in gegenseitiger Liebe trifft. William darf schreiben, Puck (der so an ihm hängt, dass fast eine schwule Geschichte angedeutet scheint) wird ihn lebenslang begleiten…

Wenn sie nicht, wie Hauptdarsteller Marius Zernatto als Will auf Köpfchen, Wachheit und Seele setzen. Ein lauter, mauliger und dabei so herzenslieber Puck ist Stefan Rosenthal. Jürgen Heigl als Oberon hat wahre Wut-Power, der Rita Radinger alt Titania elegant weibliche Entschlossenheit entgegen setzt. Viele Rollen für alle anderen, Victoria Hauer (besonders stark als Miranda), Benedikt Paulun (ein trampeliger Caliban), Rafael Schuchter (ein bemüht zaubernder Prospero), Uwe Achilles (ein verwirrter König Lear), und bis auf die vier Hauptrollen spielen sowieso alle alles.

Es ist ein Abend, der Theaterverstand mit dem Mut zum Gefühl, zu großen Emotionen (wie Freundschaft und Liebe) hat. Und wenn er am Ende jugendlichen Zuschauer Lust auf Shakespeare macht – ja, das wäre dann das Allerschönste.

Renate Wagner


Kinderkurier – 20.10.2020

Das große Shakespeare-Abenteuer schon für die Jüngsten

Neu-Inszenierung des Erfolgs-Stücks von Theater-der-Jugend-Direktor Thomas Birkmeir eröffnet die neue Saison.

Der Junge Willie schreibt einen beinahe unaussprechlichen Spruch an eine Mauer: „Honorificabilitudinitatibus“. Er ist ein fantasievoller Träumer, will zum Theater und wünscht sich, dass die von ihm ausgedachten Geschichten überall auf der Welt gelesen und gespielt werden. Eine Gabe von der mütterlichen Muse Titania gespeist und gehegt. Doch da hat deren Ehemann, Feenkönig Oberon viel dagegen. Nie sollen die Menschen etwas über ihn erfahren. Als Aufpasser schickt er ihm Puck.

Mit diesem Trick führt „Das große Shakespeare-Abenteuer“ in rund zwei Stunden (eine Pause) einerseits durch vier Stücke des großen Theaterdichters, dessen Stücke auch nach 400 Jahren – und wahrscheinlich wirklich fast weltweit – faszinieren. Und gleichzeitig in die Welt des Theaters selbst. Spannend, actionreich, mitunter auch witzig – wenngleich Corona-bedingt – viel weniger Zuschauer_innen und Masken auf – die Reaktionen verhaltener ausfallen.

Durch vier Klassiker

Eine wahrhaft abenteuerliche Reise auf der schrägen Bretterbühne des Renaissancetheaters (Regie: Felix Metzner, Bühne: Andreas Lungenschmid) führt durch mehrere Shakespeare-Stücke. Ein Sommernachtstraum mit Titania und Oberon ist schon mal von Anfang an fix. Aber unabhängig davon, ob – und sogar eher unwahrscheinlich, dass – die jungen und jüngsten Besucher_innen die angespielten Stücke kennen, erleben sie die dargestellten großen Gefühle von Freund- und Feindschaft, von Liebe und Hass und nicht zuletzt die Machtspielchen, die mitunter positive Gefühle verhindern und blockieren.

Viele Formen von Liebe

Obendrein rückt das Stück, das Thomas Birkmeir, der Direktor des Theaters der Jugend in Wien, vor mehr als 16 Jahren geschrieben und 2004 selbst inszeniert hatte, vielfältige Formen der Liebe – und des Gegenteils – ins Zentrum des Geschehens. Und davon haben, damit können auch die meisten Kinder – das Stück wird ab 6 Jahren im Renaissancetheater gespielt - viel anfangen, auch wenn sie höchstwahrscheinlich weder „Ein Sommernachtstraum“, noch „Macbeth“, „König Lear“ oder „Der Sturm“ kennen. Vielleicht werden sie sich später, wenn ihnen das eine oder andere Stück unterkommt an dieses, möglicherweise ihr erstes, Theatererlebnis erinnern. Und eine zweite Ebene für erwachsene Begleitpersonen schadet auch bei Kindertheater ja nie.

Eltern, Verliebtheiten, Objekttheater

Der fast elterliche Streit, in dem der kleine Willie Spielball von Titania (Rita Radinger) und Oberon (Jürgen Heigl) wird, kommt sicher vielen Kindern bekannt vor.

Der punkig freche, lustige Puck (Stefan Rosenthal) hält Menschen ja anfangs für komische, ja eher unnötige Wesen. Je länger er je doch an der Seite Willies (Marius Zernatto) verbringt, desto mehr kann er sein Vorurteil abbauen. Ja, bald wird aus der Ablehnung/Abneigung sogar Freundschaft – und im zweiten Teil schwingt sogar mehr mit. Möglicherweise auch eine Anspielung auf Medienberichte im Jahre 2002, denen zufolge William Shakespeare Männer geliebt haben soll.

Dann treffen Willie und Puck im „Sturm“ rund um die schräge Drehbühne auf Prospero, Kaliban und Miranda. Kaliban wirkt wie ein gemütliches, fast tollpatschiges, liebenswürdiges Monster (Benedikt Paulun) und hat Puck beinahe zum Fressen gern – womit wir wieder bei einer besitzergreifenden Form von Liebe wären. Miranda (Victoria Hauer), Prosperos Tochter, verliebt sich in Willie. Er mag sie, kann dieses Gefühl aber nicht erwidern.

Neben der elterlichen Liebe, die hier zum Machtspiel über den jungen Willie verkommt, der nicht erwiderten Verliebtheit (Miranda), und der Freundschaft, die vielleicht sogar in gleichgeschlechtliche Liebe übergeht (Puck/Willie), sowie einem „zum Fressen gern haben“ von Kaliban für Puck, erleben wir aber auch eine fast klassische Theaterübung. James Burbage (Uwe Achilles), Chef der Theatergruppe, der sich Willie anschließen will, zeigt seinen Schauspieler_innen, wie sogar ein Taschentuch zum belebten Objekt werden kann, wenn es vom Spieler/der Spielerin nur glaubhaft hingebungsvoll angebetet wird.

(...)

Zauberspruch

Das fast unaussprechliche Wort, das Willie anfangs auf die Mauer pinselt, wird zum Zauberspruch, der das Duo jeweils aus brenzligen Situationen der verschiedenen Stück, in die sie geraten sozusagen weg-beamt. Etwa aus dem Hexenkessel der drei Hexen aus Macbeth (Benedikt Paulun, Rafael Schuchter und Haris Ademović, der mehrmals unterschiedliche Puppen und Figuren durch die verschiedene Szenen fliegen lässt - Figurenbau: Julia Elisabeth Beyer).

„Honorificabilitudinitatibus“ ist ein mittellateinisches Wort, das William Shakespeare in seiner Komödie“ Verlorene Liebesmüh“ verwendete hat es in der englischen Version honorificabilitudinity als längstes Wort in seinen Werken auch ins Wörterbuch geschafft. Auch wenn es wie ein Fantasiewort klingt - der Theaterdichter hat nicht nur Stücke, sondern auch Wörter erfunden – hat es vom Lateinischen abgeleitet eine Bedeutung: „Fähigkeit, Ehre zu erringen“.

Superpower

Übrigens Zu Fantasie meint der Willie-Darsteller, Marius Zernatto, im theaterpädagogischen Material (über die Homepage runterzuladen): „Fantasie hat die allergrößte Superpower, denn in der Fantasie ist man frei und alles ist möglich. Das praktische ist auch, dass man Fantasie immer dabei hat …“

kurier.at/kiku/das-grosse-shakespeare-abenteuer-schon-fuer-die-juengsten/401070513

Heinz Wagner


Materialien

Unsere theaterpädagogischen Materialien zu »Das große Shakespeare-Abenteuer« bieten Ihnen Informationen, Fragebögen, Spiele und Szenenvorschläge! So können Sie die besuchte Aufführung mit Ihrem Kind oder Ihrer Klasse auf fantasievolle Weise vor- und nachbereiten.
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Bei eventuellen Fragen und für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an [YjY0dGFnOmp1bGlhLndlaW5nYXJ0bmVyQHRkai5hdA==].

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