Renaissancetheater | Erste Vorstellung am 8. Februar 2010 | ab 13 Jahren
Charles Dickens' Grosse Erwartungen
von Neil Bartlett
Deutsch von Michael Walter
- Regie:
- Henry Mason
- Ausstattung:
- Jan Meier
»Pip: Stellen Sie sich vor, Herrschaften, dass Sie einen ausgewählten Tag Ihres Lebens durchstreichen könnten – überlegen Sie sich, wie dies Ihr Leben verändert hätte … Halten Sie einen Moment lang inne und denken Sie darüber nach …« Charles Dickens. Große Erwartungen
Phillip Pirrip, genannt Pip, hätte sich beim besten Willen nicht träumen lassen, wie lange die seltsamen Begegnungen nachhallen, die er als junger Bursche machte. Ein zufälliges Zusammentreffen mit dem entflohenen Sträfling Magwitch, für den er – wenn auch nicht ganz freiwillig – bei Nacht und Nebel den Fluchthelfer spielen muss, vermittelt ihm ein erstes Gefühl davon, was »Schuld« heißt. Und die Bekanntschaft mit der unheimlichen, herzlosen Miss Havisham und vor allem deren wunderschöner aber eiskalter Adoptivtochter Estella erweckt in Pip die Sehnsucht nach Veränderung – er muss es unbedingt schaffen, seine ärmliche Herkunft hinter sich zu lassen, um ein Gentleman zu werden.
Als plötzlich dank anonymer finanzieller Zuwendungen die Erfüllung dieses Wunsches tatsächlich in greifbare Nähe rückt, kehrt Pip seinem Zuhause ohne zu zögern den Rücken und macht sich auf den Weg nach London. Doch sein rasanter Aufstieg in die feine Gesellschaft bleibt immer eine Gratwanderung – mitsamt der Gefahr, dabei sich selbst und seine Fähigkeit zu lieben zu verlieren.
»Große Erwartungen« ist ein Sozialdrama und ein Krimi – aber auch eine Geschichte über den Wert von Freundschaft, Familie und natürlich Liebe. Von Charles Dickens, dem großen Meister des englischen Realismus, im 19. Jahrhundert mit psychologischem Feingefühl und einer gehörigen Portion Sozialkritik verfasst, ist Pips Suche nach seinem Platz in der Welt auch 140 Jahre nach der Veröffentlichung des Romans »Great Expectations« nicht weniger aktuell als damals.
Aufführungsrechte: Rowohlt Theater Verlag, Reinbek bei Hamburg
Das Theater der Jugend dankt der Firma
für die kostenlose Zurverfügungstellung des Mobiltelefons OMNIA II.