Theater im Zentrum | Premiere am 15. Oktober 2008 | ab 11 Jahren
Unsichtbare Freunde
von Alan Ayckbourn
Deutsch von Inge und Gottfried Greiffenhagen
Presseberichte
Kronenzeitung – 19. Oktober 2008
Diese Freunde sind unsichtbar
»Man kann alles schaffen, was man sich in den Kopf setzt. So in zehn Minuten stelle ich mir jetzt vor, dass niemand mehr hier im Saal sitzt!« Freudestrahlend verkündet das Nathalie Ananda Assmann in Alan Ayckbourns Stück »Unsichtbare Freunde«, das im Theater der Jugend im Theater im Zentrum Premiere hatte. Viel Beifall!
Wenn man in die falsche Familie hineingeboren wird, bleibt einem nur die Phantasie als Refugium. Trotz viel Vorstellungskraft hat’s die 13-jährige Lucy Baines (Nathalie Ananda Assmann) schwer: Der Vater, ein englischer Biedermann (Uwe Achilles), vegetiert vorm Fernseher, die Mutter (Pilar Aguilera) geht an der Hausarbeit zugrunde; und ihr Bruder, das Stinktier Steven (Christian Graf), dröhnt sich mit lauter Musik die Birne zu. Niemand hört ihr zu – außer Zarah (Jana Horst), ihre unsichtbare Freundin. Dann ein Blitzschlag, und schon ersetzen Zarahs Phantasiegefährten (Alexander Absenger, Alexander Morandini) ihre langweilige Familie …
In Alan Ayckbourns Stück geht es nicht nur um die Kraft der Imagination, sondern auch um das Zuhören können und Zulassen von Fehlern der anderen. Uwe Achilles ist komisch, Pilar Aguilera souverän, Christian Graf als pubertierender »Yo Mann!« sehr authentisch cool, und Nathalie Ananda Assmann ist schlichtweg entzückend.
Peter Raffalt inszeniert in Andrea Bernds Bühne eine flotte Familienkomödie, die britsch-magisch à la Harry Potter und französisch-entzückend, wie Amelie Poulain, verzaubert! Mein unsichtbarer (altersloser) Freund war begeistert! Rüdiger Rausch
Kurier – 25. Oktober 2008
Plädoyer für die Familie
Wertvoll
Lucy hat ein Problem. Keiner hört ihr zu. Weder der fernsehsüchtige Vater noch die überdrehte Mutter und schon gar nicht der freakige Bruder. Also spricht Lucy mit ihrer imaginären Freundin Zarah, die eines Tages tatsächlich erscheint, Lucys Familie wegzaubert und mit ihrer eigenen Sippe einzieht. Doch aus einer Freundin kann rasch eine Feindin werden.
»Unsichtbare Freunde« nennt Alan Ayckbourn sein pädagogisch wertvolles Stück, das Regisseur Peter Raffalt für das Theater der Jugend im Zentrum sicher und flott in Szene gesetzt hat. So können die Darsteller in Andrea Bernds klugem Wohnzimmer-Bühnenbild brillieren.
Allen voran Natalie Ananda Assmann als Lucy, […]. Christian Graf, Pilar Aguilera sowie Uwe Achilles sind eine »schrecklich gute« Familie; Jana Horst überzeugt als vielgesichtige Zarah. Sicher: Alexander Absenger und Alexander Morandini als deren Verwandtschaft. Peter Jarolin
Wiener Zeitung – 17. Oktober 2008
Schaurig witzig
Lucy Baines hat eine »schrecklich nette Familie«. Niemand interessiert sich für ihre Neuigkeiten aus der Schule. Der Vater hockt vor dem Fernseher, ihr älterer Bruder hört permanent Musik und bei der Mutter kommt man eigentlich nie zu Wort. Lucy ist traurig und wendet sich in solchen Fällen an Zarah, ihre beste Freundin, die sie selber erfunden hat. »Zarah versteht mich immer.« Zunächst wirkt das Stück wie eine würzige Satire über einen schrägen Familien-Alltag vergleichbar der Zeichentrick-Serie »Die Simpsons«. Doch als Zarah tatsächlich erscheint, wird’s gruslig: Mit Hilfe von Zarah zaubert Lucy nämlich ihre Familie weg, danach kehren Zarahs Verwandte ein, die sich schließlich als echte Tyrannen entpuppen. Die verzweifelte Lucy sehnt sich zum ersten Mal nach ihrer Familie, doch die ist weg …
»Unsichtbare Freunde« von Alan Ayckbourn ist eine kurzweilige, sehr witzige, aber auch äußerst spannende Komödie für Kinder ab elf Jahren. Die Aufführung im Theater im Zentrum überzeugt in der Regie von Peter Raffalt, dank exzellenter Darsteller und gelungener Bühne. Stephan Beig