Renaissancetheater | Österreichische Erstaufführung am 8. Oktober 2003 | ab 6 Jahren
Die rote Zora und ihre Bande
von Kurt Held
in einer Fassung von Thomas Birkmeir
- Regie:
- Thomas Birkmeir
- Musik:
- Klaus Erharter
- Bühnenbild:
- Thomas Birkmeir und Gudrun Lenk-Wane
- Lichtgestaltung:
- Lukas Kaltenbäck
- Kostüme:
- Irmgard Kersting
»Uskoken, seid immer bereit!« Kurt Held. Die rote Zora
Ein Mädchen als Anführerin einer Bande? Das kann nicht gut gehen! – Es kann!
Hoch über der kroatischen Küste in einer alten Burg haust die rothaarige und sommersprossige Zora mit ihren wilden Jungs – und sie nennen sich die »Uskoken«: »Denn die Uskoken waren viele Jahrhunderte die größten Helden von Kroatien.« Vergessen oder verlassen von ihren Eltern haben die Kinder ihr Schicksal selbst in die Hand genommen und sich zusammengeschlossen, um stark zu sein. Sie ärgern die hochnäsigen Gymnasiasten, spielen den gar nicht so anständigen Bürgern von Senj so manchen Streich. Denn weil die Gesellschaft keinen Platz für die rote Zora und ihre Bande hat, beginnen sie die Gesetze eben dieser Gesellschaft zu hinterfragen.
Obwohl das Leben in der »Notgemeinschaft« einer Bande auch ihre Tücken besitzt, gelingt es den Kindern, trotz der widrigen Umstände ihr Leben zu fristen, ohne dabei die eigenen Ideale, wie man miteinander umgehen könnte, zu verraten.
Als die Bevölkerung beginnt, sich gegen die »Uskokenplage« zu wehren, erkennt einzig der Fischer Gorian, dass das Unrecht bestimmt nicht auf Seiten der Kinder liegt.
Und es gab sie wirklich: Zora La Roquette, ein minderjähriges Mädchen als Anführerin einer Bande im Jugoslawien der 40er Jahre, verfolgt von der Polizei, die ihr allerdings nichts nachweisen konnte. – Kurt Held begegnete ihr während seiner Flucht vor den Nazis.
Als gerechte Heldin wurde die rote Zora mit Robin Hood und Karl Moor verglichen. Und eben weil sie sich den Zwängen und Normen der Erwachsenenwelt entzogen hat, bezeichnete man sie als die große Schwester der Pippi Langstrumpf.
Kurt Held hat mit seiner dalmatinischen Erzählung ein engagiertes Plädoyer für die Rechte der Kinder verfasst, das nicht umsonst zu den Klassikern der Kinderliteratur zählt.
Aufführungsrechte: Verlag für Kindertheater Uwe Weitendorf, Hamburg.