Theater der Jugend – Wien


Zur Geschichte des Theaters der Jugend

ZeitText
21. November 1932 An den Direktor der Bundesrealschule, Hofrat Dr. Hans Zwanzger, geht ein Bescheid zur Gründung des THEATERS DER SCHULEN. Zwanzger wird Vorstand, während der Schauspieler Stephan Wagner die künstlerische Leitung übernimmt.
Jänner 1933 Das THEATER DER SCHULEN wird eröffnet.
1934 Der Erfolg ist enorm: Innerhalb eines Jahres brachte man bereits 50.000 Kinder ins Theater.
Im Juli wird auf einer Sitzung im Unterrichtsministerium über die Gründung eines Theaters der Jugend diskutiert. Hans Brecka (Leiter der Österreichischen Kunststelle), Hans Homma (Präsident des Rings österreichischer Bühnenkünstler) und Hans Zwanzger entwickeln im folgenden ein Konzept hierfür aus dem THEATER DER SCHULEN.
Im November wird der Verein THEATER DER SCHULEN gelöscht und der Verein THEATER DER JUGEND gegründet. Eine ministerielle Verordnung sichert dem THEATER DER JUGEND das Monopol für die Organisation von Theaterbesuchen für Kinder und Jugendliche.
1936 Das THEATER DES KINDES wird als Unterorganisation des THEATERS DER JUGEND gegründet.
Jänner 1939 Das THEATER DER JUGEND wird aufgelöst, an seine Stelle tritt der »Veranstaltungsring der Hitler-Jugend«.
Herbst 1945 Neubeginn des THEATERS DER JUGEND unter Hofrat Dr. Hans Zwanzger (Vorsitzender), Hofrat Franz Herterich, dem ehem. Direktor des Burgtheaters (künstlerische Beratung) und Dr. Walter Hills (Administration).
Mai 1948 Aus den bisherigen Mitteilungsblättern werden die »NEUEN WEGE – Kulturzeitschrift für junge Menschen«, eine renommierte Zeitschrift unter der Leitung von Hans Weigel.
Das Renaissancetheater war an das Theater in der Josefstadt und an das Burgtheater vermietet.
1952/53 Bildung eines eigenen Schauspielerensembles für Märchen- und Sagenstücke.
1953 Verleihung des Dr. Karl Renner-Preises an das THEATER DER JUGEND.
1955/56 Das THEATER DER JUGEND wird mit der organisatorischen Durchführung des vom Kulturamt der Stadt Wien ins Leben gerufenen JUGENDABONNEMENTs betraut.
15. Oktober 1957 das THEATER DER JUGEND pachtet das Renaissancetheater, alternierend wird das Haus mit der Löwingerbühne bespielt.
Unter dem künstlerischen Leiter Professor Dr. Hans Niederführ wird das Schauspielerensemble ausgebaut.
1964 Peter Weihs wird künstlerischer Leiter;
das THEATER DER JUGEND übernimmt das Theater im Zentrum
26. September 1964 Premiere der ersten Eigenproduktion im Theater im Zentrum: Schillers »Kabale und Liebe«.
26. Oktober 1964 Premiere der ersten Eigenproduktion im Theater an der Wien: Raimunds »Der Bauer als Millionär«.
1. September 1970 Das THEATER DER JUGEND übernimmt das Renaissancetheater in Hauptmiete; Renovierungsarbeiten.
14. September 1971 Erste Sitzung des neu eingerichteten PÄDAGOGISCHEN BEIRATS.
1. Dezember 1972 Dr. Bernd Gallob wird Geschäftsführender Direktor.
1. September 1974 Edwin Zbonek wird zum Künstlerischen Leiter des Theaters der Jugend bestellt.
1987/1988 Dr. Reinhard Urbach übernimmt die Künstlerische Leitung (Sept. 87) und die Geschäftsführung (Feb. 88).
Bauliche Veränderungen, Reduzierung der Sitzplätze, Vorderbühne.
1. September 2002 Thomas Birkmeir wird Künstlerischer Direktor, Marianne Aly übernimmt die Kaufmännische Direktion.
Renovierung des Theaterfoyers im Renaissancetheater.
November 2003 Mit gleich zwei Nominierungen stand das Theater der Jugend auf der Liste der diesjährigen Nestroy-Preis-Verleihung: In der Kategorie »Bester Nachwuchs, männlich und weiblich« konkurrierte Simon Jaritz neben den Schauspielerinnen Julia Cencig und Gertrud Drassl.
In der Kategorie »Spezialpreis« für besondere Leistungen im Theaterbereich war das TdJ-Online-Magazin »Beamer« genannt.
Frühjahr/Herbst 2004 Im Rahmen des von der EU geförderten Kulturprojektes Magic Net wird die irisch-, niederländisch-, österreichische Koproduktion »Searching for the Enemy« nach dem Text des TdJ-Chefdramaturgen Gerald M. Bauer auf Einladung des St. Petersburger TJUZ Theaters vom 1. bis 3. Mai 2004 beim Festival »RADUGA – Regenbogen« zu sehen sein.
Simon Jaritz, Ensemblemitglied des Theaters der Jugend, verkörpert die Rolle des Sean Smith.
»Searching for the Enemy«, am 16. Februar 2004 von der irischen Boomerang Company unter der Regie von Trish Edelstein uraufgeführt, ist eine freie Paraphrase auf George Orwells »1984« und widmet sich den Fragen nach Individualität und Überwachung in der postkapitalistischen Gesellschaft.
Im Herbst 2004 wird die Produktion am renommierten Fringe Festival in Dublin gezeigt.
November 2004 Das Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien veranstaltete – erstmals in Wien – den Internationalen Kongress der Gesellschaft für Theaterwissenschaft. Am 5. und 6. November 2004 war das Renaissancetheater Schauplatz des Kongresses.
»KOMIK. Ästhetik, Theorien, Vermittlungsstrategien« lautete das Thema der Veranstaltung.
Oktober 2005 In der Kategorie »Bester Filmdebütant« wurde Dennis Cubic für seine darstellerische Leistung in dem Film »Antares« mit dem Undine Award Filmpreis ausgezeichnet. Der Filmpreis wurde heuer zum zweiten Mal verliehen und ist als internationaler Filmpreis für junge Schauspieler aus dem deutschen Sprachraum gedacht.
Dennis Cubic war in den vergangenen Spielzeiten am Theater der Jugend u.a. in den Produktionen »Ilias«, »Geheime Freunde« und »Herr der Diebe« zu sehen. In der Eröffnungsproduktion der Saison 2005/2006 im Theater im Zentrum spielt er in der österreichischen Erstaufführung von Henning Mankells »Der gewissenlose Mörder Hasse Karlsson …« die Titelrolle.

Im Rahmen der diesjährigen Nestroy-Preis-Verleihung wurde Stefano Bernardin am Samstag, 26. November mit dem Nestroy 2005 in der Kategorie »Bester Nachwuchs« ausgezeichnet. Mit diesem Preis wird er für seine darstellerische Leistung des »Jojo« in der Theater der Jugend-Produktion »Das Herz eines Boxers« von Lutz Hübner in der Inszenierung von Thomas Birkmeir geehrt.
September 2006 Silvia Meisterle, bekannt aus zahlreichen TdJ-Inszenierungen wie »Die rote Zora«, »Momo«, »Crash Kids« und »Der geheime Garten«, wurde für ihre schauspielerische Leistung als »Miranda« in der TdJ-Produktion »Miranda im Spiegelland« von Alan Ayckbourn (Regie: Folke Braband; Renaissancetheater, Juni 2006) für den Nestroy 2006 in der Kategorie »Bester Nachwuchs« nominiert.
2007 Für seine schauspielerische Leistung in »Bradley – letzte Reihe, letzter Platz« (Regie: Gerald M. Bauer) wird Matthias Mamedof für den Nestroy (Kategorie »Bester Nachwuchs«) nominiert.